Mein Weg führte zum Infoschalter und dort habe ich nach einer Broschüre zum 20-jährigen Geburtstag des VRN (= Verkehrsverbund Rhein-Neckar) angefragt, wovon der Lok-Report bereits in seiner Juni-Ausgabe berichtete. Am Schalter hatten sie nur noch ein Exemplar, aber beim Fahrkartenschalter, da wären sicherlich noch welche zu haben und tatsächlich, ich habe einen bekommen. Da alles sehr schnell von statten ging, konnte ich zur Rückfahrt bereits den RE4558 um 08:38h nach Frankfurt nehmen. Der IC2058 kommt zwar erst gegen 08:45h in Mannheim in Sichtweite, aber er ist vom ICE bereits in Frankfurt zu sehen gewesen. Einen ersten Blick in die VRN-Broschüre habe ich bereits im Zug riskiert, sieht recht komplex alles aus, was dort geboten und beschrieben ist.
Einen intensiveren Blick in die Broschüre habe ich wie üblich auf den letzten Drücker allerdings erst Donnerstagabend getätigt und gleich auch noch mal den Eisenbahn-Planer quergecheckt, wo noch ein paar zusätzliche Informationen standen. Und es waren noch zusätzliche Fahrten angegeben, die in der Broschüre nicht standen. So sind am Donnerstag wie auch am Freitag Fahrten von Kaiserslautern nach Kusel im Programm und welche der Regionalbahnen durch historische Bahnen getauscht werden, steht dort nicht.
Mit allem was ich nun hatte, konnte ich mir jetzt mal eine Rückfahrt zusammenbauen, die sich doch etwas unterscheidet zum dem wie sonst üblich. Gut, ein kleiner Umweg ist auch drin und eine Stadtbesichtigung ist in Osterburken angesetzt. Nach etwas Rechnerei kommt nur Osterburken in Betracht, denn dort wäre die Übergangszeit von einem Zug auf den nächsten ausreichend. Andere Städte wie Heidelberg, Mannheim oder Mosbach kenne ich schon, Ludwigshafen hat nicht wirklich was zu bieten und Neustadt an der Weinstrasse wäre zu früh am Morgen. Die übrigen Anforderungen waren soviel verschiedene Züge wie möglich zu nutzen, die einen zudem noch weiterbringen. Meinen gesamten Rückfahrplan habe ich auf Datei gespeichert und da meine grauen Zellen nicht so sehr sich was merken können, habe ich die auch gleich mal ausgedruckt und mit brusttaschengerecht aufbereitet.
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| Frankfurt (Main), Hauptbahnhof, 91 80 6 110 436-3 D-DB | Frankfurt (Main), 181-207 mit IC1853 auf Gleis 12 |
Dann ging es hinüber zu Gleis 18. Erster Zug war wieder der deutsch-französische Mix mit dem ICE 9554 nach Paris. Aber durchgefahren nach Frankreich bin ich nicht, sondern bereits in Kaiserslautern ausgestiegen. Dort zum Service-Point, um zu erfragen, welche Regionalbahn getauscht wird. Der Beamte wusste dieses, aber nur die Zugnummer. Mit den Orten konnte er noch nicht so viel anfangen, er wohnt erst seit 2 Wochen in dieser Region. Ich kann natürlich auch nicht so viel mit den Zwischenhalten einer Regionalbahn nach Kusel anfangen und wo sich planmäßig die Züge kreuzen. Einen Blick auf den Fahrplan, bis Landstuhl könnte ich fahren, wahrscheinlich wird in Ramstein gekreuzt. Das wäre ungünstig, da ich den Dampfzug ja bei der Einfahrt fotografieren wollte. Was ich nicht wusste zu diesem Zeitpunkt ist, dass erst in Landstuhl die Zweigstrecke nach Kusel von der Hauptbahn nach Saarbrücken abzweigt, somit alles unter Fahrdraht sich befindet. So habe ich mich in die RB13424 gesetzt und bin losgefahren. Am Westende von Kaiserslautern steht die V200-033 der MEH (Museumseisenbahn Hamm) im Gleis. In Landstuhl bin ich ausgestiegen und habe erstmal den Bahnhof inspiziert. Die Züge von und nach Kusel fahren auf Gleis 3, lichttechnisch nicht optimal. Vom äußersten westlichen Punkt des Bahnsteiges 1 ließe sich was machen, nur die Brücke im Hintergrund stört oder der Tanklaster auf dem Gelände gegenüber. Dort auf Bahnsteig 1 wartet bereits ein Fotograf, mit Schweizer Dialekt, der extra für dieses Ereignis hierher gekommen ist.
Während unserer Warterei passiert nicht allzu viel in Landstuhl. Die Quitschie S-Bahnen der Baureihe 425 könnten Motiv der Begierde sein, aber bei dem Instandhaltungswagen wird auf den Auslöser gedrückt. Die ankommenden Flugzeuge auf dem Flugplatz Ramstein hätten schon mehr Faszination, aber selbst mit Teleobjektiv sind sie doch einiges zu weit weg.
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| Landstuhl, durchfahrende Instandhaltung | Landstuhl, RB13427 geführt von 23-042 |
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| Kaiserslautern, V200-033 abfahrbereit als RB13426 | Kaiserslautern, einfahrender IC2056 mit 101-109 |
Heute, am Freitag etwas außer Plan, dachte ich mir nach einem Tag fasten gönne ich mir meinen eigentlichen Restauranttag, der eigentlich auf einen Donnerstag fällt. Wäre sogar möglich, denn den mache ich ja einen Tag vor der Rückreise, also darf ich das heute. Ich fuhr nach Dansenberg und genoss das Abendessen, ein Schweizer Schnitzel, was in etwa einem Cordon Bleu entspricht, natürlich mit Pommes und auch genügendem Flüssigem. Danach ging es zum angenehmen Teil des Abends über, endlich hinlegen, aber den Wecker stellen nicht vergessen. Wecker stellen für einen Samstag, das kommt eher selten vor, aber er sollte klingeln, wenn es noch dunkel ist, also ich wollte mich da nicht auf meinen Aufwachinstinkt verlassen.
So ängstlich hätte ich nicht sein brauchen, mein Instinkt funktioniert, ich werde Samstag, dem 26.09.2009 vor dem Klingeln wach, kuschele aber noch ein wenig unter der Bettdecke, bevor das Musikgeräusch mich dazu bewegt, blitzartig aus dem Bett zu springen, mich in die Sachen zu schmeißen und fluchartig das Haus zu verlassen. So flott hätte ich aber gar nicht sein brauchen, denn die Haltestelle "Gasthaus Fröhlich" ist gleich gegenüber dem Restaurant / Gasthaus. Zum Bahnhof geht die Fahrt über einen benachbarten Ortsteil, nicht direkt an einem Samstagmorgen, laut Internet sollte ich am „Pfaffplatz" umsteigen. Unterwegs einige Situationen, Kaiserslauterns Strassen können sehr eng sein und als sich zwei Busse begegnen, muss der eine doch ein ganzes Stück zurück fahren. Das scheint aber üblich zu sein, wenn man den Gesprächen der einheimischen Fahrgäste lauscht.
An der Endstation, bis dahin leuchtete der Name „Pfaffplatz“ nicht auf und eine Ansage gab es auch nicht. In den Bussen von Kaiserslautern werden anscheinend die Haltestellen nicht durchgesagt. So habe ich den Fahrer gefragt und der meinte, Linie 105, er gibt dem Fahrer fort Bescheid. Ich laufe hinüber und finde den Bus und setze mich. Irgendwann fragt der Fahrer in einem sehr rüden Ton, ob der Umsteiger schon da ist. Ich melde mich und dann macht der mich zur Schnecke, ob ich denn nichts sagen könnte und ist außer sich. Ja denkt der denn wirklich, ich brauche für 2* über die Strasse springen und vielleicht 300 Meter was weiß ich ... 15 Minuten ??? Ich bleibe ruhig, denn so genau habe ich dem sein Pfälzer-Gebrummel nicht verstanden. Dann ist er aber losgebummelt und ich war rechtzeitig am Bahnhof, bereit für den ersten Zug an diesem Morgen.
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| Kaiserslautern, 406-080 in Gleis 3, 411-053 rückwärtig | Kaiserslautern, innovativer Triebwagen ET5.09b |
Dann kommt mein Zug, wie auf dem Zugzeiger angekündigt, auf Gleis 5. Laut Broschüre ein "innovativer Triebwagen", was da wohl ist ? Enttäuschung, es ist ein Flirt (hört sich gut an) aus dem Hellweg-Netz (hört sich schlecht an). Was ist daran innovativ ? Die fahren bei uns um die Ecke en masse, der Hellweg ist nicht sehr weit entfernt, der dichteste Punkt wäre Altenbeken. Bereitgestellt wurde für die Präsentation von Keolis der Flirt ET5.09 (94 80 0 428 608-4 D-ERB). Im Zug sitzen mir gegenüber auch eine Gruppe etwas älterer Engländer, wie üblich, mit Fotoapparat und viel wichtiger mit Stift und Notizblock bewaffnet, schreiben alles auf, alle Nummer, die sie erspähen können, typisch Train-Spotting. Den armen Schaffner fragen bezüglich Zug, Eigentümer, Linien, Verkehr und sonstigem aus. Er erklärt alles und so erfahre ich, die Eurobahn hat das Netz gewonnen und wird hier ab Dezember wohl ein wenig mehr Flirt fahren.
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| Neustadt(Weinstrasse), 38-1301 der ÖGEG | Neustadt(Weinstrasse), Reiterstellwerk |
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| Innenanischt Personenwaggon 2.Klasse | Innenanischt Personenwaggon 1.Klasse |
Ich steige ein, die 2. Klasse hat endlich Platz für meinen Rucksack, den man in einem ICE-Großraumwagen schlecht in die Ablage bekommt. Der Vorteil eines Silberlings. Oder sollte ich doch lieber 1. Klasse reisen oder besser doch nicht, sonst schlafe ich noch im Plüschsessel mit Kuschelkissen ein. Jedoch nicht nur ich fotografiere, fast alle mitfahrenden Gäste sind am Fenster trotz der Morgenfrische versammelt. Natürlich auch die Zugverfolger sind auf den Beinen und auch einige sehr sportlich, selbst Dächer wurden erklommen. Bei der Ausfahrt aus Neustadt an der Weinstrasse am Reiterstellwerk das erste Schwadron Frühaufsteher und Ortskundiger, die haben Glück, Zug und Stellwerk werden optimal beleuchtet und der Zug wird auch dort hindurch geführt.
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| Haßloch, Güterzugdurchfahrt 185-364 | Haßloch, deutsches Krokodil E94-051 der EFH |
Die Fahrt geht für mich bis nach Ludwigshafen-Mitte. In den Feldern immer noch die Zugfotografen, die auch schon die Dampflok im Visier hatten. Neben Hamburger Kennzeichen sind auch einige gelbe darunter, einige haben doch eine weite Anreise gehabt. Im Vorfeld des Hauptbahnhofes von Ludwigshafen eine Unmenge an 425-Einheiten, einzig interessant sind die Kleinlokomotive 98 80 3 352 103-6 D-KIEL sowie die abgestellte 110-401. Größer kann der Kontrast in Ludwigshafen-Mitte nicht sein. Voll modernisierter Bahnhof, in dem ein historischer Zug hält. Die „normalen“ Reisenden sind über den Anblick schon verwundert. Selbst die 628-er Einheit wirkt schon altertümlich. Ich wechsele von Gleis 3 auf Gleis 1. Wäre ich auf Gleis 3 geblieben und hätte dort etwas mehr meiner 21-minütigen Wartezeit verbracht, hätte ich noch den SBB-Cargo-Kesselwagenzug besser umsetzen können, mit einer 3-fach Traktion.
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| Schifferstadt, überfüllte S-Bahn | Entlastungszug zum FCK-Spiel, 218-477 |
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| Limburgerhof, auf der Waggonplattform | Ludwigshafen, Hauptbahnhof; Dampflok 52-4867 |
In Ludwigshafen angekommen, macht es sich bemerkbar, dass Zugverfolgung mit dem Zug auch
seine Nachteile hat, denn die Dampflok befährt das Gleisdreieck und käme im besten Sonnenlicht
an mir vorbeigefahren, wenn ich denn geblieben wäre. Für mich geht es aber mit der S-Bahn
zum nächsten Highlight nach Neckargemünd. In Mannheim gesellt sich ein weiterer Sonderzug
in das Programm, 3 Gleise weiter steht die österreichische 1042-520-5 der schweizerischen
Centralbahn mit Werbung des deutschen Eisenbahn-Kuriers.
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| Neckargemünd, Bahnhof Gleis 1, 01-066 des BEM | Neckargemünd, 01-066 auf dem Weg nach Heidelberg |
Allerdings nicht nur der Zug sieht alt aus, sondern auch die meisten Fahrgäste sind nicht mehr die jüngsten. Viele Herren im Rentneralter haben den Zug geentert. Der Zug ist gerammelt voll, nur im Gegensatz zur S-Bahn sitzt hier trotz der vielen schönen und bequemen Sitze niemand, alle hängen am Fenster. Es ist auch wirklich ein schöner Tag, Sonnensschein, blauer Himmel, hupend grüßende, vorbeifahrende Auto, sofern sie denn es schaffen, den Zug zu überholen und das Neckartal ist wirklich was zum schauen / anschauen und nicht wegschauen. Eine ältere Frau am Bahnsteig in Neckargemünd versteht die Welt nicht mehr, sie wolle nur nach Heidelberg fahren, hat nur ein VRN-Ticket, aber der Zug ist ihr zu nobel und sie kann es nicht fassen, dass der Schaffner sie höflich hinein bittet und bedankt sich mehrere Male, dass sie das noch erleben darf.
Ich hoffe nur, sie hat sich gut festgehalten, denn einige Strategen in Berlin, die haben die Signale und das automatische Bremssystem unmöglich ausgelegt. Die Lokomotive, und eine 01-066 ist wahrlich nicht kurz, ist halb am Signal vorbei, da springt das auf Rot, wunderbar zu sehen, wenn man am Fenster rechts steht, noch vor dem Führerhaus und schmeißt den Zug. Vollbremsung. Da der Zug recht voll ist, kuscheln mal etwas anders und auch etwas schmerzhafter, denn so ziemlich alle sind mit Fotoapparaten und keine kleinen Ritsch-Ratsch-Klick-Kameras bewaffnet. Und das mit der Vollbremsung ist mehrmals aufgetreten. Kleiner Wink hat die DB-Zentrale nach Berlin, sofern man dort überhaupt noch weiß, wie denn ein Dampfross aussieht. Hr. Mehdorn fliegt ja lieber, besonders bei Entfernungen größer 400 Kilometer. Und wo er jetzt gelandet ist, zwar nicht mit den Bonus-Millionen aus einem Börsengang, aber sicherlich doch mit Abfindung, da er sich ja seine Amtszeit ausbezahlen lassen (wollte) … Air Berlin ist stolz, einen erfahrenen und kompetenten Manager an Bord geholt zu haben. Apropos Mehdorn … ich bin ja gleich in Heidelberg. Ich könnte meine 23 Minuten Umsteigezeit nutzen, um mal gegenüber bei Heidelberger Druck zu fragen, welche der Mehdornschen Global-Player-Zukäufe denn noch im Portofolio sind.
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| Heidelberg, Ausfahrt 01-066 auf Gleis 2 | Heidelberg, Fotografen im und am Zug |
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| Heidelberg, Hbf, E10-1239 vom Club103 als SDZ93255 | Schlierbach, Abtei Neuburg in Ziegelhausen |
Aber Glück gehabt, auch mein Anschlusszug in Friedrichshall-Jagstfeld ist etwas unpünktlich. Da es heute sehr einfach ist, den richtigen Zug aufzuspüren, gehe ich einfach der Rauchfahne nach und wieder ist es keine so langweilige, surrende, unbequeme Quitschie-S-Bahn, die beim ersten zarten Hauch von Herbst mit Blättern auf den Gleisen ins Rutschen kommt und nicht mehr bremsen kann, sondern erneut preußisch antiquierte Ingenieursleistung, die P8 oder die getarnte 38-1301 ist vorgespannt.
Zu einer bei einem österreichischen Museums fahrenden Lok ist es nicht verwunderlich: ein Österreicher, der extra wegen dem lieblichen Neckartal ins Neckartal gekommen ist, um hier ein wenig Zug zu fahren springt von einer Seite auf die andere. Er erzählt mir, er sei die Strecke bereits mal mit einem normalen Zug gefahren und hat sich vorgenommen, wenn hier ein Dampfzug fährt, ist er da. Nun hat er wahrlich die Gelegenheit und das nicht nur einmalig. Als er einen Moment nicht aufpasst, ist sein Fensterplatz weg. Ich biete ihm meinen an, er nimmt dankend an. Ich benötige denn ja nur für enge Linkskurven, wenn der ganze Zug einsichtbar ist und von der Sonne angestrahlt wird. Er lehnt sich recht weit hinaus. Hinter mir die Videofilmer müssen nun über ihn hinwegfilmen, geht aber mit Kamera, wo man nicht durchschauen muss. Anders sieht es da schon bei Vater und Sohn 2 Abteile weiter vorne aus. Sohn filmt und Vater hält das Mikrofon.
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| Offenau, Blick auf Bad Wimpfen | Gundelsheim, Stadtmauer und St. Nikolaus-Kirche |
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| Haßmersheim, Neckar, Burg Hornberg | Zwingenberg, Schloss |
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| Gundelsheim, Fotografen an der Mosbacher Strasse | Hirschhorn, 38-1301 legt sich in die Kurve |
In Hirschhorn ist meine Fahrt beendet. Hirschhorn, das einzige Stück Hessen, welches am Neckar liegt. Hier nochmals ein Foto der Dampflok, jedoch muss ich humpelt laufen, da sich ein Stein in meinem Schuh anscheinend recht wohlfühlt. 8 Minuten Zeit habe ich, ich kann es mir sogar leisten, im Kiosk am Bahnhof eine Nussecke zu holen, meine erste Mahlzeit heute und dann kommt auch schon die S-Bahn mit Triebzug 425-733, die mich ein Stück transportieren wird.
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| Neckarelz, 50-2740 bei der Einfahrt auf Gleis 2 | Mosbach, Dampfzug mit 50-2740 bei der Ausfahrt |
Dieser Zug erklimmt wirklich geräuschvoll die Steige hinter Mosbach hoch und die Kraftanstrengung wird nur durch die kraftvolle Stimme des Schaffners übertönt, der die Orte bei den Halten lauthals herausbrüllt. Und keine monotone computer zusammengestückelte Ansage, wie in den S-Bahnen und er ist auch besser informiert als die Mitarbeiterinnen auf dem Frankfurter Hauptbahnhof, die für den eingefahrenen Regionalzug aus Fulda den Anschluss für den Zug nach Wächtersbach durchsagen ! Wenn mich nach dieser Fahrt unsere Stadtwerke auffordern, ein höheres Schmutzwassergeld zu zahlen, ich kann es ihnen leider nicht verübeln. Was mich bei Haarewaschen erwartet, weiß ich. Die China-Dampflokexkursion lässt grüßen.
Der VRN hatte in seiner Broschüre bereits darauf hingewiesen, um den Ewig-Nörglern den Wind aus den Segeln zu nehmen, dass es etwas schmutziger werden könnte.
Da ich ja keine Taucherbrille dabei habe und es bei den anderen Dampfzügen doch ab und an im Auge schmerzte, setze ich einfach die Brille auf, die ich mitführe. Warum bin ich darauf nicht eher gekommen ? Es geht ohne Probleme, nun kann ich die Fahrt genießen und auch der Fahrtwind lässt die Augen nicht mehr so stark tränen.
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| Osterburken, Bahnhof, 50-2740 beim Umsetzen | Osterburken, Bahnhof, 111 029 Wochenendruhe |
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| Osterburken, Friedrichstrasse, Seckachbrücke | Osterburken, Turmstrasse, Alte Schule |
Mein Tagesprogramm ist geschafft; wird aber auch Zeit, Speicherchip des Fotoapparates ist vollgeknipst (nur noch 29 Bilder Luft bei einem 4GB-Chip) und der Strom geht auch zur Neige. Die Ankunft des Zuges nach Würzburg ist pünktlich, nur "wir warten noch auf Anschlussreisende". Ach ja, das hatten wir doch schon in Heidelberg "Wir singen Erfurt" kommen in den Zug und die sind besonders gut drauf und singen lauthals, denn Erfurt hat gegen Sandhausen 2:1 gewonnen. Begleitet werden sie übrigens von mehreren Polizeieinheiten in grün und die sind keine Streifenpolizisten. Bei den Kaiserslautern-Fans war keine Polizeibegleitung von nöten. Allerdings sind die Erfurter nicht die einzigen Stimmungskanonen, denn plötzlich lassen sich die Mädchen, die die Stuttgarter Wasen unsicher gemacht haben, nicht lumpen und stimmen ihre Lieder an. Und meine Banknachbarin, wir sitzen direkt zwischen den Fronten, erzählt mir, sie fährt nach Aschaffenburg, kichert, freut sich, weil ihr Mann weiß das nicht.
So geht das bis Würzburg, dann umsteigen aller Fraktionen und ich bin mitten im Fußballblock. Jeder Lautsprecher wird erstmal angepöbelt und angeschrien, der Typ da drin soll doch die Klappe halten. In der Unterführung werden dann die Knallkörper gezündet und die ahnungslosen, vorbeigehenden Passanten zucken zusammen und fordern die Polizei auf, doch einzuschreiten. Wenn man überlegt, wie aufregend, abwechslungsreich und interessant Zugfahren sein kann. Und langweilig es da ist, mit dem Auto im Stau zu stehen. Was hatte ich nicht alles in den letzten Tagen ? Der alleinige Fußballfan von „Carl Zeiss Jena“, stimmgewaltiger als „Wir singen Erfurt“ mit Begleitung nach Braunschweig, der rheinländische Kegelclub mit genügend „Bordverpflegung“, die schon vor Abfahrt des Zuges geöffnet wurde und Reservierung, die nicht im Zug angeschrieben war, die heimfahrende Schulklasse oder auch die Gruppe, die laut und gut verständlich für den ganzen Zug das Buch „Feuchtgebiete“ diskutieren und die Anwendungsbeispiele und Praktiken bewerteten. Der ICE nach Norden kann da nicht mithalten; es ist Totenstille und die Schaffnerin scheint auch nicht ihren besten Tag zu haben. So geht es ohne Stimmung in die niedersächsische Landeshauptstadt.
In Hannover dann das Gegenteil, denn nun gesellt sich eine Truppe Dortmund-Fans in den Zug, und
Dortmund hat auf Schalke unglücklich verloren. Da wird weder gejodelt noch gefeiert, sondern tiefst
getrauert und das Verhalten der Spieler, des Torwartes und der Schiedsrichter leicht weinend
diskutiert. Und dann bin ich auch schon daheim. Einige Male bin ich umgestiegen und 782 Kilometer
habe ich in der Eisenbahn verbracht. Die Kilometer stammen aus dem Kursbuch, ja, ich besitze
tatsächlich noch so was in gedruckter Form, wovon sich die Deutsche Bahn verabschiedet kann.
Auch das nötige Kleingeld brauchte man für diese Tour nicht. Es reichte ein Tagesfahrkarte des
VRN sowie das ganz normale Anschlussticket der Deutschen Bahn, denn diese Fahrten waren das
Geburtstagsgeschenk des VRN an seine Fahrgäste und Nutzer.
Für die Statistiker, nochmals die Reiseroute am diesem Samstag in tabellarischer Form, so wie
ich gefahren bin.
| 26.09.2009 | |||||
| Dansenberg - Gasthaus Fröhlich | 06:49h | Bus 104 | |||
| KL - Schillerplatz / Rathaus | 07:14h | 07:15h | Bus 105 | ||
| Kaiserslautern - Hbf | 07:21h | 07:55h | 428-608 | Eurobahn innov. Triebwagen | |
| 33 | Neustadt(Weinstrasse) | 08:18h | 08:35h | 38-1301 | OGEG Dampfzug |
| 17 | Schifferstadt | 08:52h | 09:15h | 425-738 | S1 |
| 8 | Haßloch | 09:22h | 09:44h | E94-051 | EF-Hegau Sdz93229 |
| 20 | Ludwigshafen - Mitte | 10:07h | 10:28h | 425-233 | S1 |
| 12 | Schifferstadt | 10:40h | 11:05h | 52-4867 | HEF Dampfzug |
| 11 | Ludwigshafen - Hbf(tief) | 11:17h | 11:28h | 425-238 | S1 |
| 32 | Neckargemünd | 12:08h | 12:33h | 01-066 | BEM Nördlingen Dampfzug |
| 11 | Heidelberg - Hbf | 12:52h | 13:15h | E10-1239 | Club103 Sdz93255 |
| 72 | Bad Friedrichshall-Jagstfeld | 14:18h | 14:21h | 38-1301 | ÖGEG Dampfzug |
| 48 | Hirschhorn | 15:14h | 15:22h | 425-733 | S1 |
| 30 | Mosbach-Neckarelz | 15:47h | 16:24h | 50-2740 | UEF Dampfzug |
| 30 | Osterburken | 17:11h | 18:27h | 143-176 | RE4950 +5min |
| 78 | Würzburg | 19:22h | 19:30h | 402-035 | ICE582 +8min |
| 325 | Hannover - Hbf | 21:32h | 21:55h | S5 (9587) | |
| 55 | Hameln | 22:40h | = 782km | ||
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